Regelwerk bei Piranha-Poker

Detaillierte Regeln und Begriffe


1. Einsätze

Ohne verbale Ankündigung gilt ein Satz erst als gebracht, wenn ein Spieler den Einsatz über die Linie (in den Pot) transportiert hat. Kündigt der Spieler eine Handlung an (checken, passen, setzen oder erhöhen), so ist diese Ansage bindend.

2. Mitgehen (Call)

Wenn ein Spieler im Spiel bleiben möchte, so muss er, wenn er an der Reihe ist, den höchsten bis dahin gebrachten Einsatz im Rahmen seines Stacks gleichziehen. Ist der vom Spieler gebrachte Gleichziehungsbetrag versehentlich zu klein, so muss er, um im Spiel bleiben zu können, den fehlenden Betrag aus seinem Stack nachzahlen.

3. Erhöhen (Raise)

Jeder Spieler kann im Rahmen des Limits Einsätze der vor ihm sprechenden Spieler erhöhen. Hierbei sind folgende Voraussetzungen zu beachten:

a. Ohne verbale Ankündigung muss er den entsprechenden oder einen höheren Gesamtbetrag (Gleichziehungsbetrag und Erhöhung) in einem Zug, aber mit mindestens zwei Jetons in den Pot einbringen.

b. Mit verbaler Ankündigung kann er den entsprechenden Gesamtbetrag (Gleichziehungsbetrag und Erhöhung) mit mehr als einer Bewegung bringen.

c. Ein Spieler darf, wenn er wieder an der Reihe ist, seinen eigenen Einsatz nur dann erhöhen, wenn dieser inzwischen von einem anderen Spieler erhöht worden ist.

d. Eine Erhöhung muss immer mindestens genau so hoch sein, wie eine vorangegangene Erhöhung, bzw. wenn noch nicht erhöht wurde, mindestens ebenso hoch, wie der vorangegangene Einsatz.

e. Ein All-In-Spieler, dessen Stack für eine reguläre Erhöhung nicht mehr ausreicht, aber höher ist, als der erforderliche Gleichziehungsbetrag, kann dennoch seinen gesamten Stack setzen. Ein nachfolgender Spieler muss, um im Spiel zu bleiben, zunächst den Gleichziehungsbetrag bringen oder ggf. eine weitere reguläre Erhöhung durchführen. Falls dieser Spieler nicht ausreichend Chips hat um den Gleichziehungsbetrag ausgleichen zu können, kann er mit seinem Stack dennoch all-in gehen.

4. Checken, Schieben (Check)

Ab der zweiten Wettrunde hat jeder Spieler das Recht zu checken, wenn in dieser Wettrunde bisher kein Einsatz getätigt worden ist. Er bleibt dadurch zunächst ohne Einsatz im Spiel und kann später gegebenenfalls gleichziehen oder erhöhen, falls Einsätze von nach ihm agierenden Spielern getätigt wurden. Um anzuzeigen, dass er checken möchte, kann der Spieler auf den Tisch klopfen oder dies verbal annoncieren. Checken alle Spieler, so ist diese Wettrunde beendet.

5. Passen, Aussteigen (Fold)

Wenn ein Spieler nicht mehr am Spiel teilnehmen möchte, so zeigt er dies entweder durch Wegwerfen der Karten in die Tischmitte oder durch Annoncieren wie: "Ich Passe", oder: "Aus dem Spiel", usw. an.

6. Das Kartendeck


Während der Kartenausgabe wird die Unterseite des Decks durch eine einfarbige Blind- oder Schneidekarte (Cut-Card) geschützt. Die unterste Spielkarte des Decks darf niemals ausgegeben werden. Legt der Dealer irrtümlich vor Beendigung der Kartenausgabe das Deck ab und ist es noch durch die jetzt obenauf liegende Schneidekarte geschützt, so wird das Deck (bzw. der oberste Teil des insgesamt aufeinanderliegenden Kartenpakets) zur weiteren Kartenausgabe benutzt. Kann nicht mehr geklärt werden, wo der obere Teil des Decks beginnt, so müssen alle Teile (Deck, Discard und Burn Cards) des gesamten Kartenspiels, die nicht eindeutig vom zu früh abgelegten Deck getrennt waren, neu gemischt und geschnitten werden.

Hiernach gelten folgende Regeln:

1. Wurde das Deck während einer noch nicht beendeten Kartenausgaberunde irrtümlich abgelegt, so wird diese Ausgaberunde beendet, ohne erneut zu brennen.

2. Wurde das Deck nach einer beendeten Kartenausgaberunde irrtümlich abgelegt, so wird vor der nächsten Ausgaberunde die oberste Karte gebrannt. Weder der Dealer noch die Spieler dürfen nicht gegebene Karten des Decks einsehen, selbst nach einem Spiel ist dies verboten.

7. Ein mangelhaftes Kartenpaket

Ein mangelhaftes Kartenpaket ist eines, das zuviel, zuwenig, identische oder markierte Karten enthält. Ein als mangelhaft erkanntes Kartenpaket wird vor dem nächsten Spiel ausgetauscht. Wird während eines Spiels ein Paket als mangelhaft moniert und vom Dealer festgestellt, so gilt:

a. bei markierten oder zuwenigen Karten wird die Hand trotzdem zuende geführt.

b. bei identischen oder zuvielen Karten wird die Hand annuliert und die Einsätze an die Spieler zurückgeführt. Ein Spieler, der bereits den Pot vom Dealer zugeschoben bekommen hat, bevor das Paket als mangelhaft erklärt wurde, ist berechtigt, diesen Pot zu behalten.

8. Verdeckte Karten der Spieler (Hole Cards)

Die Hole Cards jedes Spielers bleiben während des gesamten Spiels verdeckt und werden erst beim Showdown aufgedeckt. Nur die Spieler dürfen ihre eigenen Hole Cards ansehen, wobei sie sorgsam darauf zu achten haben, dass diese nicht von anderen Personen eingesehen werden können.

Ebenso ist es dem Spieler nicht erlaubt, seine Hole Cards einem anderen Spieler bekanntzugeben oder diese beim Passen aufzudecken. Tut er dies dennoch, so mss er die aufgedeckten Hole Cards allen anderen Spielern ebenfalls zeigen (show one, show all).

9. Schutz der Hand

Hält ein Spieler seine HoleCards in der Hand oder hat er auf diese einen oder mehrere Jetons bzw. einen persönlichen "Dolly" plaziert, so gilt dieses Blatt als geschützt. Ein Spieler ist für den Schutz seines Blattes selbst verantwortlich. Gerät ein geschütztes Blatt mit gepassten Karten (Discard, Muck) in Berührung, dann müssen der Dealer und/oder der Floorman, wenn nur irgendwie möglich, diese Hand rekonstruieren. Gerät ein ungeschütztes Blatt mit dem Discard oder anderen weggeworfenen Karten in Berührung, dann ist dieses Blatt ungültig.

10. Karte brennen (Burn Card)

Nach der ersten Wettrunde muss der Dealer jeweils vor der Ausgabe weiterer Karten immer die oberste Karte des Kartendecks brennen. Er tut dies, indem er diese Karte verdeckt und deutlich getrennt vom Discard zur Hälfte unter den Pot schiebt. Eventuell weitere Burn Cards schiebt er dann ebenfalls zur Hälfte unter die vorherigen Burn Cards.

Am Ende des Spiels legt der Dealer die Schneidekarte auf das restliche Kartendeck, legt dieses wiederum auf den Discard und schiebt die Burn Cards darunter. Brennt der Dealer eine Karte zu früh oder kann er nach dem Brennen nicht sofort weitere Karten ausgeben, so muss er die gebrannte Karte wieder auf das Kartendeck zurücklegen und dies annoncieren: "Burn Card zurück".

Wird vom Dealer keine oder werden zwei Karten gebrannt, so müssen nach Möglichkeit die falsch gebrannten und die gegebenenfalls daraufhin falsch ausgeteilten Karten wieder in der richtigen Reihenfolge auf das Kartendeck zurückgelegt (redressiert) werden. Redressieren, d.h. ein Zurückführen falsch ausgegebener Karten an ihren regelgerechten Platz, ist nur möglich, solange betroffene Karten noch nicht mit anderen Karten vermischt worden sind bzw. solange betroffene Hole Cards noch nicht eingesehen worden sind. Ist dies nicht mehr möglich, gilt:

a. Hatte der Dealer keine Karte gebrannt, so muss die Kartenausgabe zuende geführt und anschließend die nächste Karte nachträglich gebrannt werden.

b. Hatte der Dealer eine Karte zuviel gebrannt, so wird vor der nächsten Kartenausgaberunde keine Karte gebrannt. Eine versehentlich offene Burn Card wird vom Dealer allen Spielern deutlich gezeigt und dann verdeckt gebrannt, ansonsten dürfen weder der Dealer noch die Spieler Burn Cards einsehen, selbst nach einem Spiel ist dies verboten.

11. Community Cards

Community Cards sind offen aufgelegte Karten, die von allen Spielern zur Bildung ihrer Pokerhand mitbenutzt werden können. Diese Gemeinschaftskarten werden in der Tischmitte aufgelegt, in der Reihenfolge ihrer Ausgabe von links nach rechts (aus Dealersicht).

12. Fehler bei der ersten Kartenausgabe (beim Initial Deal)


In den folgenden Fällen, jedoch nur, wenn noch nicht gesetzt oder gepasst wurde, werden die ausgeteilten Karten als vergeben erklärt (Mis-Deal) und wieder eingezogen.
Es wird dann neu gemischt und geschnitten.

a. Vor dem Geben wurde nicht gemischt und/oder geschnitten.

b. Ein Spieler erhält eine irreguläre Karte, d.h. eine Karte, die der Spieler nicht erhalten hätte, wenn die Reihenfolge der Kartenausgabe der Reihenfolge der Spieler entsprochen hätte und diese Fehlausgabe ist durch redressieren nicht mehr richtigzustellen.

c. Einem Spieler wurden zu wenig Karten gegeben und dies ist nicht mehr durch redressieren richtigzustellen.

d. Einem Spieler wurden zu viele Karten gegeben und diese können nicht mehr redressiert werden.

e. Es werden von allen Hole-Cards mehr als eine versehentlich offen ausgegeben.

f. Es befinden sich zwei oder mehr offene Karten im Kartendeck.

g. Eine nicht zum Deck gehörende Karte wird gefunden (z.B. ein Joker).

h. Das Kartendeck ist mangelhaft.

i. Wenn eine der ersten beiden Hole-Cards aufgedeckt wird.

j. Wenn die erste Karte des Spielern am Dealerbutton aufgedeckt wird.

In den folgenden Fällen liegt jedoch kein Mis-Deal vor:

a. Wenn die Karten ausgegeben werden, bevor alle Antes oder Blinds richtig gesetzt wurden, so muss dies nach der Kartenausgabe von den entsprechenden Spielern nachgeholt werden. Ist dies beim Ante nicht mehr möglich, wird dieses Spiel mit einem entsprechend verminderten Pot weitergespielt.

b. Hat ein Spieler beim Initial-Deal nur verdeckte Karten zu erhalten, so bleibt eine versehentlich offen ausgegebene Hole Card solange beim betreffenden Spieler liegen, bis alle anderen Spieler ihre Karten erhalten haben. Danach wird diese offene Karte durch die nächste Karte im Deck ersetzt, offen auf das Deck gelegt und vor der nächsten Kartenausgabe als Burn Card benutzt.

13. Handlungen von Spielern außer der Reihe

Ein Spieler darf und muss erst dann sprechen, wenn er an der Reihe ist. Wird er durch vorzeitiges Handeln eines oder mehrerer Spieler, die nach ihm an der Reihe wären, übergangenen, so muss er sofort Einspruch erheben. Für diesen Fall gilt: Alle außer der Reihe getätigten Einsätze müssen zurückgenommen werden und der übergangene Spieler setzt das Spiel fort. Karten von Spielern, die gepasst haben, werden in keinem Fall an diese Spieler zurückgegeben, auch dann nicht, wenn diese Karten noch nicht mit dem Discard in Berührung gekommen waren (Ausnahme: siehe Abs. 18 Showdown c).

Sollte ein Spieler den Tisch vorzeitig verlassen (bzw. seine Karten vorzeitig - also außerhalb der Reihe agierend -) folden, mit der Intension seine Karten zu folden, obwohl er nicht an der Reihe ist gilt folgende Bestrafung:

1.) Sit Out von 2 Händen
2.) Sit Out von 1 gesamten Buttonrunde
3.) Sit Out von 2 gesamten Buttonrunden

14. Handlungen von Spielern in der Reihe

Jede verbale Annonce eines in der Reihe handelnden Spielers ist bindend.

15. Ein zum Sprechen nicht anwesender Spieler

Sollte ein Spieler, dessen Ante oder Blind gesetzt ist, nicht anwesend sein und wäre er an der Reihe zu sprechen, so wird wie folgt verfahren:

a. Sein Zwangseinsatz (Forced Bet) wird aus seinem Stack durch den Dealer in Höhe des Minimums gebracht.

b. Die Karten werden gefoldet, sobald der Dealer die letzte Hole Card verteilt hat.

16. Aussage von nicht Spielern während einer Hand

Wenn ein Spieler in einer Hand nicht mehr dabei ist, hat er (aufgrund der Fairness gegenüber anderer noch aktiven Spieler) keinerlei Aussagen zu seiner gepassten Hand wieder zugeben.

17. Bedenkzeit

Jeder Spieler muss seine Entscheidung in einer angemessenen Zeitspanne treffen. Auf Wunsch eines am Tisch sitzenden Spielers muß ein Zeitlimit von einer Minute gesetzt werden. Dieses Zeitlimit wird vom Dealer oder einem Floorman gestoppt. Hat der Spieler nach dieser Minute keine Entscheidung getroffen, so gilt er

a. als gecheckt, wenn er hätte checken können oder

b. als gepasst, wenn er einen Einsatz hätte bringen müssen.

18. Der Showdown

Showdown erst wenn der Dealer es sagt oder keine Aktion mehr möglich ist.
Sollte ein Spieler die Karten aufdecken wenn noch eine Aktion erfolgen kann, so werden diese gebrannt. Ein Aufdecken der Karten ohne Ansage oder einschieben
der Chips wird als „fold“ gewertet.

Sind am Ende der letzten Wettrunde noch mindestens zwei Spieler im Spiel, öffnen diese der Reihe nach ihre Karten. Hierbei gilt:

a. Alle Karten eines Spielers müssen offen auf den Tisch gelegt werden, auch wenn Teile der Hole Cards nicht zur Bildung der Poker-Kombination gebraucht wurden. Der Dealer muss die Hand durch Annoncieren bestimmen.

b. Die Karten sprechen für sich selbst (Cards speak). Sollte ein Spieler beim Showdown fälschlicherweise ein zu hohes Blatt annonciert und dadurch andere Spieler zum Passen verleitet haben, so werden diese gepassten Hände nur dann wieder zum Showdown zugelassen, wenn die entsprechenden Blätter klar zu identifizieren sind und nicht mit dem Discard oder anderen abgelegten Blätter in Berührung geraten waren.

c. Ein Blatt, das offen auf dem Tisch liegt und vom Dealer durch Annonce bestimmt ist, ist ein gültiges Blatt und kann auch nicht mehr für ungültig erklärt werden, z.B. durch verdecktes Wegwerfen oder Berühren mit dem Discard.

d. Einwände gegen die Zuteilung eines Pots müssen sofort und in jedem Falle vor der Austeilung der nächsten Hand gemacht werden. 

e. Ein Spieler, der beim Showdown zu viele oder zu wenige Karten hat, hat eine faule Hand und kann nicht gewinnen.

f. Nur der Dealer darf den Pot zuteilen. Kein Spieler darf sich oder einem anderen Spieler den Pot zuschieben.

g. Zur Ermittlung der besten Kartenkombination werden immer nur fünf Karten gewertet. Weitere Karten aus der Hand eines Spielers haben keinen Einfluß auf die Ermittlung des Pot-Gewinners.

Bleibt bei einer Potteilung (Split-Pot) ein unteilbarer Restbetrag (Odd-Chip), so geht dieser Betrag an den gewinnenden Spieler, der am nächsten zur Linken des Dealer-Buttons sitzt.

19. Zusammenspiel

Keinem Spieler ist es erlaubt, für einen anderen Spieler zu agieren oder einem anderen Spieler einen Rat zu geben. Kein Spieler darf mehr als eine Hand erhalten und spielen.

20. Heads-Up

Im Heads-Up gibt es keinen alleinigen Big-Blind und nie ist ein Spieler zweimal in folge Big-Blind.

21. Telefonieren am Pokertisch

Wir bitten alle Spieler das telefonieren am Pokertisch zu vermeiden.
Sollte ein Spieler am Pokertisch telefonieren, wird seine Hand unmittelbar vom Croupier eingezogen und als gefoldet gewertet. Dabei ist unerheblich, ob ein Einsatz bereits getätig wurde. Die Chips werden dem entsprechendem Pot zugeteilt und können vom betroffenden Spieler nicht zurückgenommen werden.

22. zusätzlicher Chip ohne Announce = Call

Wenn ein Spieler an der Reihe zum aggieren ist und einen weiteren Chip zu seiner zuvor gelegten Aktion (z.B. im Blind) ohne verballe Announce legt, so ist dies nur ein Call. Beispiel:

Blinds sind 300-600, es kam kein Raise von einem anderen Spieler und der Small Blind ist an der Reihe.
Wenn der Spieler einen weiteren Chip zu seinem Small Blind legt ist dies ein Call. Auch wenn es sich um einen hohen Chipwert wie z.b. 1.000er oder 5.000er handelt. Ein gewünschtes Raise muss zuvor vom Spieler verbal angekündigt werden.

23. Karten vom Dealer zu früh geöffnet

Falls ein oder mehrere Spieler vom Dealer übersehen worden sind und der Flop / Turn / oder River zu früh geöffnet worden ist, so werden die "verbleibenden" Gemeinschaftskarten verdeckt gelegt und die zu früh gelegten Karte (n) mit dem restlichen Kartendeck gemischt und neu geöffnet. Beispiel an folgender Situation:

Flop liegt bereits und der Dealer übersieht einen Spieler und öffnet den Turn zu früh.
Nun wird der River verdeckt auf`s Board gelegt und die zu früh geöffnete Turn-Karte mit dem restlichen Kartendeck gemischt und nach Durchführung aller Spieleraktionen die neue Turnkarte, ohne Burncard, geöffnet.

24. Showdown

Letzte Action = Karten zuerst öffnen

Unabhängig in welcher Setzrunde die letzte Action durchgeführt wurde.

Situation: alle aktiven Spieler checken

Wenn alle aktiven Spieler beim River gecheckt haben, so gilt als Showdown Reihenfolge die Positionen mit der letzten Aktion. Sobald der erste Spieler seine Hand gezeigt hat, steht den anderen Spielern die Möglichkeit eines verdeckten Wegwerfens (anderen Spieler haben kein Recht auf Einsicht der Karten) oder ein Showdown zur Verfügung.

25. nicht Anwesenheit von Spieler bei Kartenausgabe

Ber Kartenausgabe gilt die Anwesenheit des Spielers an seinem Platz bei Ausgabe der allerersten Karte.
Ist ein Spieler beim Austeilen der Hole Cards nicht an seinem Platz bzw. in unmittelbarer Nähe (Definition: 1-2 Armlängen seines Turnierplatzes) gilt seine Hand als gepasst. Hierbei ist unberührt ob der Spieler in den Blinds sitzt oder nicht.

26. Spieler annonciert fold

Wenn ein Spieler sich entscheidet seine Hand aufzugeben, so werden diese durch den Croupier in den „Muck“ geschoben und dadurch aus dem Spiel entfernt.
Es ist dem Spieler nicht gestattet seine Karten bis zur Beendigung der laufenden Hand zu behalten, um diese eventuelle anderen Spielern zu zeigen. Auch eine separates zur Seite legen (um ein späteres Aufdecken zu ermöglichen) durch den Croupier ist nicht gestattet.

27. Ante einsammeln

Die Ante wird ab Position 1 vom Croupier im Uhrzeigersinn eingesammelt.
Es wird kein Spieler übergangen oder andere Ante eingesammelt, bis der entsprechende Spieler seine Ante bezahlt hat. Auf Wunsch vom Croupier kann die Ante auch von Position 10 entgegen dem Uhrzeigersinn eingesammelt werden.

Alternativ werden Turniere mit der "Button-Ante" gespielt. Diese Ante richtet sich nach der Höhe des Big Blinds. Bei 6 oder weniger Spielern am Tisch richtet sich die Button-Ante nach der Höhe des Small Blinds.

28. Raise mit mindestens 2 Chips auch ohne Ansage möglich und bindend

Beispiel: Blinds sind bei 300-600
Wenn ein Spieler einen 1.000 Chip und einen 100 Chip ohne Annonce setzt, so ist dies als Minimum Raise auf 1.200 zu werten.

Möchte er jedoch nur 600 Callen und aufgrund seines Setzverhalten einen 500 Chip als Wechslung erhalten so muss er dies zuvor mündlich Annoncieren.

29. All-In Situationen

Generell gilt, dass keine All-In Hand für „tot“ erklärt wird.

Situation: ein Spieler welcher All-In ist, deckt eine bzw. beide Karten vorzeitig auf

Die Hand bleibt im Spiel und geöffnet. Jedoch wird der Spieler aufgrund eines Regelverstoßes verwarnt  

Situation: ein Spieler welcher All-In ist, telefoniert mit seinem Handy

Die Hand bleibt im Spiel. Jedoch wird der Spieler aufgrund eines Regelverstoßes verwarnt

Situation: ein nicht anwesender Spieler ist Zwangs All-In aufgrund von Ante oder Blind

Die Hand bleibt im Spiel. Die All-In Hand eines nicht anwesenden Spieler kann einen Pot gewinnen.

30. Verwarnungen / Strafen

Verwarnungen / Strafen werden in Folgender Reihenfolge vom Floorman ausgesprochen:

1.) mündliche Verwarnung
2.) Sit-Out einer ganzen Buttonrunde
3.) Sit-Out zwei voller Blindstufen
4.) Ausschluss aus dem Turnier

Es können auch andere Strafen bei einzelnen Regelverstößen durch die Turnierleitung ausgesprochen.
Dies gilt besonders bei vorsätzlich (und wiederholten, auch Turnierübergreifenden Spieltagen) begannen Verstössen.

31. vorzeitiges Öffnen von Karten

Generell gilt: Die Hole Cards jedes Spielers bleiben während des gesamten Spiels verdeckt und werden erst beim Showdown aufgedeckt. Sollte jedoch ein Spieler seine Karten vorzeitig öffnen, so ist die Situation wie folgt zu bewerten:

Situation: ein Spieler öffnet versehentlich seine Karten

Die Hand bleibt im Spiel und geöffnet.
Jedoch wird der Spieler aufgrund eines Regelverstoßes verwarnt.

Der Spieler kann bis zum Ende dieser Hand nur noch reagieren, nicht aggieren.
Das heisst er kann die gegnerischen Bets nur noch Callen oder Folden.
Eine Erhöhung durch ihn selbst ist nicht möglich.

32. Tischwechsel nur mit Rack möglich

Wird ein Spieler vom Floorman aufgefordert den Tisch zu wechseln, so ist dies nur mit einem Rack (welches der Croupier oder Floorman aushändigt) möglich. Es ist dem Spieler nicht gestattet Chips in der Hand oder der Tasche zu tragen. Alternativ können die Chips vom Floorman oder einem Croupier getragen werden.

Bei Missachtung wird der Spieler mit einer sofortigen Disqualifikation bestraft.

33. Spieler überhört / übersieht eine vorherige Aktion eines anderen Spielers

Ein Spieler, welcher an der Reihe ist, und eine vorherige Aktion eines anderen Spielers nicht sieht / hört, kann seine angesagte bzw. durchgeführte Aktion nicht annullieren.

Situation: ein Spieler überhört ein Raise und legt Chips zum setzen

Blinds 1.000 / 2.000

Ein Spieler erhöht auf 5.000. ein anderen Spieler bekommt das Raise nicht mit und legt 2.000 in Chips. Nachdem der Spieler auf seinen Fehler aufmerksam gemacht wurde, hat er folgende Optionen:

  1. Fold mit Verlust der 2.000 Chips
  2. Call 5.000

Eine weitere Erhöhung ist nicht möglich.

Situation: ein Spieler überhört ein Raise und sagt Call

Blinds 1.000 / 2.000

Ein Spieler erhöht auf 5.000. ein anderen Spieler bekommt das Raise nicht mit und annonciert ein Call. Nachdem der Spieler auf seinen Fehler aufmerksam gemacht wurde, 
muss er die 5.000 Callen. Ein Fold oder Raise ist nicht möglich.

Situation: ein Spieler überhört ein Raise und sagt Raise

Blinds 1.000 / 2.000

Ein Spieler erhöht auf 5.000. ein anderen Spieler bekommt das Raise nicht mit und annonciert ein Raise. Nachdem der Spieler auf seinen Fehler aufmerksam gemacht wurde, muss er Minimum auf 8.000 Raisen. (5.000 vom ersten Raise plus Differenz Raise zum Big-Blind von 3.000) Ein Fold oder Call ist nicht möglich.

34. nicht schützen seiner Hole Cards

Es ist hinlänglich bekannt dass jeder Spieler seine Hole Cards zu schützen hat. 
Wir weissen hiermit nochmals darauf hin, dass bei nicht beachten dieser Regel die jeweilige Hand für gefoldet erklärt wird. Hierbei ist unberührt ob der Spieler in den Blinds sitzt oder ob er am Spielzug wäre.

Ist wird keinerlei Ermahnung geben, sondern die jeweiligen Hand direkt für gefoldet erklärt.
Die Spieleinsätze werden nicht zurückerstattet.

35. Checken der Nuts am River in letzter Position

Ein Spieler welcher am River die Nuts hält und als letzter am Zuge ist, muss zwingend einen Einsatz bringen bzw. mindestens einen Min-Raise spielen. Dadurch soll ein Zusammenspiel von 2 oder mehr Spielern unterbunden werden. Bestrafung bei nicht einhalten der Regel:

1.) Sit Out von 2 Händen
2.) Sit Out von 1 gesamten Buttonrunde
3.) Sit Our von 2 gesamten Buttonrunden 

36. Anerkennung der Spielregeln

Jeder Spieler erkennt mit seiner Teilnahme am Spiel die geltenden Spielregeln und die Hausordnung an.

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